Trauer hat viele Gesichter


Menschen, die aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Ländern zu uns gekommen sind, haben ihre eigene Art der Trauerbewältigung und der Bestattung mitgebracht.

Die Geistlichen der orthodoxen Kirche tragen z. B. weiße Gewänder bei der Trauermesse, Muslime begraben ihre Hinterbliebenen ohne Sarg, Sinti und Roma beerdigen ihre Verstorbenen in Grüften. Bunt und meist laut geht es zu, wenn Afrikaner einen Toten zu Grabe tragen. Särge sehen aus wie Autos, Lokomotiven oder Raketen. Auf jüdischen Friedhöfen findet man keinen Blumenschmuck, dafür aber viele kleine Steine auf dem Grabstein.

In großen Teilen Indiens und auf Bali ist die Verbrennung der Toten die einzige Art der „Bestattung“. Es gibt gemeinsame Mahlzeiten am Grab der Verstorbenen.

In den Niederlanden ist es möglich, Urnen mit nach Hause zu nehmen. In Griechenland gibt es den Brauch des Gräberöffnens. In Russland gehen die Angehörigen am zwanzigsten Tag nach dem Tod noch einmal zum Grab. Es wird getrunken und gegessen, Gerste wird auf das Grab gestreut, damit Vögel kommen, um dem Verstorbenen Gesellschaft zu leisten.
So hat jeder Kulturkreis seine eigenen Rituale und Bräuche, wenn es darum geht, sich von einem Menschen zu verabschieden. Das hat Auswirkungen auch auf unsere Art, mit dem Tod umzugehen. Wie unterschiedlich auch Anschauungen und Totenrituale sind, gemeinsam ist allen, die Angst vor dem Tod zu nehmen und eine Verbundenheit zu den Lebenden herzustellen.

Auch zu uns kommen Menschen aus anderen Kulturkreisen, weil sie wissen, dass wir auf ihre Rituale und Zeremonien eingehen, ihnen helfen und sie in jeder Hinsicht begleiten. Im Tod sind alle Menschen gleich und den Hinterbliebenen, egal wo auf der Welt, ist eins gemein: Trauer und Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen.